Verlassene Ziegelei (Deutschland)

Deutschland, Mai 2018


Diese Ziegelei wurde 1925 gegründet und war bis in die 90er Jahre in Betrieb. Der Familienbetrieb wurde erst über eine eigene Tongrube und später aus der Tongrube in Oberniederndorf (bei Emskirchen) via LKW mit Keuper versorgt.
Der Ton wurde mit Flugasche, Sand, Kalk, Sägemehl und Wasser vermengt und anschließend getrocknet bei 900°C gebrannt. Früher wurde die Ziegelei über die 1894 eröffnete und 1984 stillgelegte Aurachtalbahn RB23, welche zwischen Herzogenaurach und Erlangen verkehrte, mit Kohle versorgt, später wurde auf Erdgas umgestellt. Hier wurden auch die Ziegel für die 1922/23 errichtete Pfarrkirche St. Josef in Niederndorf gebrannt.
Die Ziegler waren, anders als in anderen Ziegeleien in der Region üblich, nicht gewerkschaftlich organisiert. Als die Ziegelei vor gut 20 Jahren schloss, wurden die Maschinen vom Betreiber gewinnbringend verkauft und die Gebäude teilweise verpachtet, die Arbeiter jedoch verloren ohne Abfindung oder sonstige Entschädigung ihren Job. Das Areal um die Ziegelei ist belastet und wurde bis heute nicht saniert.


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