Wasserkanal von Çidhën

Albanien, September 2023

Ein historischer Kanal schlängelt sich durch den Canyon – Wanderung bei Peshkopia im Nordosten Albaniens.

Der Setes Canyon (Kanioni i Setës) befindet sich in der Nähe des Ortschaft Çidhën im Osten Albaniens nördlich von Peshkopia. Er dient als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark Lura.
Von Peshkopia fährt man zunächst rechts der Schwarzen Drin bis auf Höhe der Ortschaft Arras, dort befindet sich eine neu gebaute Brücke über die Schwarze Drin. Nach Arras wird die Straße zu einer Schotterpiste, man folgt der SH34 nach Links bis nach Çidhën, dort startet der Wanderweg. Die Anfahrt ist mit einem normalen Kleinwagen machbar, es ist sehr wenig Verkehr und die Strecke sieht auch mit dem Fahrrad gut machbar aus.
Beginn des Canyons
Beginn des Canyons
Wir haben unsere Fahrt in Peshkopia begonnen, entlang der Ausfallstraße am östlichen Stadtrand Richtung Bellovë gibt es mehrere mehr oder weniger heiße Quellen. Das Wasser ist nicht sehr tief, aber dafür sehr warm und schwefelhaltig. Als wir dort waren, war sehr viel los, Menschen kamen in Scharen zu den Quellen, um ihre Füße rein zu halten.
Thermalquelle von Peshkopië
Thermalquelle von Peshkopië
Oberhalb der Setes Schlucht befindet sich ein Wasserkanal (Gjalicat e Çidhnës), der in den Berghang geschlagen wurde und die Ortschaft Çidhën und ein Waserkraftwerk versorgt. Entlang dieses Wasserkanals kann man auf einem schmalen Wanderweg hoch über dem Talgrund die Schlucht durchqueren.
Wasserkanal von Cidhen
Wasserkanal von Cidhen
Der Wanderweg führt an der Steilklippe entlang. Er erinnert an manchen Stellen eher an einen Klettersteig. Man hat jedoch nur sehr wenige Höhenmeter zu überwinden, da man meistens direkt dem Wasserkanal folgt.
Wanderweg an Steilklippe
Wanderweg an Steilklippe
Immer wieder ragen kleine Felsvorsprünge in den Canyon hinein, von welchen man einen spektakulären Ausblick hat. Man sollte jedoch beim Klettern aufpassen, wenn man ohne Sicherung unterwegs ist.
Aussichtspunkt
Aussichtspunkt
Entlang des Wanderweges gibt es an der Steilwand Drahtseile, an denen man sich festhalten kann. Wir hatten gutes Wetter erwischt, an menchen Stellen kann es bei Regen auf dem glatten Fels rutschig werden. Im Winter würde ich von der Stracke abraten.
Drahtseilsicherung
Drahtseilsicherung
Nach gut einer Stunde lichtet sich der Canyon wieder, von hier aus kann man weiter zur Ortschaft Gurë-Lurë und in den Lura Nationalpark wandern. Es gibt vier kleine Seen in der Nähe, welche sich als Zeltplatz eignen.
Ende des Canyons
Ende des Canyons
Wir sind jedoch wieder zurück gelaufen, da wir eine Unterkunft in Arras (Guesthouse Arber) hatten.
Rückweg
Rückweg
In der Ortschaft Çidhën sind wir noch einem kleinen Wanderweg nach unten zum Fluss Setes gefolgt, da sich auf der anderen Flussseite noch ein kleiner Wasserfall mit einer Höhle befinden soll.
Brücke über den Bach
Brücke über den Bach
Wie schon auf der gesamten Wanderung haben wir auch diesmal viele Eidechsen gesehen, hier ein besonders großes Exemplar, welches gerade die Holzbrücke überquert hat.
Salamander
Salamander
Und tatsächlich, kaum hatten wir den Fluss überquert, hörten wir auch schon das Rauschen des Sopanika-Wasserfalls. Dieser entspringt in einer Quellhöhle etwa 100 Meter oberhalb und plätschert über ein Geröllfeld durch einen lichten Wald bevor er in die Setes mündet. Am Wasserfall gibt es mehrere Picknickbänke und eine kleine Schutzhütte.
Wasserfall
Wasserfall
Vom Wasserfall kann man in etwa zehn Minuten über ein Geröllfeld zur Saponika-Höhle (Shpella e Saponikës) hoch laufen. Die Quelle befindet sich am Höhleneingang.
Saponikes-Höhle
Saponikes-Höhle
Die Höhle ist weitestgehend trocken. In ihr lebt eine Fledermauskolonie. Es handelt sich um eine relativ junge Höhle, weshalb nur wenige bzw. kleine Tropfsteine vorhanden sind. Trotzdem kann ich empfehlen, etwas hinein zu klettern.

Karte von Çidhën:

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